Donnerstag, 9. Juni 2011

Medienglocke

Wie’s die Arbeit am “Raketenschirm” mit sich bringt, tauchen Tagebuchnotizen und Gedichte aus jener Zeit auf, da an Publikation nicht zu denken war. Dem folgenden eignet ein Hauch Aktualität …
(24.3.1986)

Die große Medienglocke dröhnt

feilgeil, geilfeil, feilgeil, geilfeil

unsere Münder stumm aufzu

kein Laut gegens Gedröhn

die Bewegung selbst schon im Rhythmus

in uns der leise Zynismus

subkutane Ideologie: gib zu deine Ohnmacht

Beweis deines Unrechts

du bist allein.

Millionen Fliegen steigen auf gesättigt

matt Scheiben glänzen Augurengesichter

die Glocke tönt besinnungslos

tonlos der Schrei der Vernunft.